Ein entspannter Kinovormittag für junge Eltern - das soll schon bald durch das Projekt CinéCocoon im Eupener Jünglingshaus möglich werden. Ins Leben gerufen wurde das Projekt durch die Christliche Krankenkasse. In einigen Kinos, zum Beispiel in Lüttich und Charleroi, hat sich das Angebot bereits bewährt - das Cinema Eupen möchte sich nun auch anschließen.
"Das Ziel von diesem Projekt ist es eigentlich, dass junge Eltern gemeinsam mit ihren Babys bis zu zehn Monaten ins Kino kommen, einen Vormittag genießen können. Wenn ich Eltern sage, meine ich natürlich auch, dass die beste Freundin mitkommen kann. Einfach um einen Moment mal außerhalb von zu Hause zu haben, ohne sich Sorgen zu machen, wer betreut mein Kind? Oder wohin kann ich mit dem Kleinen gehen ansonsten? Ich möchte mal von zu Hause raus, möchte mal kurz ins Kino kommen und einen gemütlichen Vormittag haben", erklärt die Geschäftsführerin von KultKom, Laura Piraprez.
Bei den Vorführungen werden die Lichter angelassen und passende Filme aus dem aktuellen Kinoprogramm in reduzierter Lautstärke gezeigt. Vor Ort stellt die Christliche Krankenkasse außerdem Wickelunterlagen, Flaschenwärmer, Decken und Stillkissen bereit. Die Anmeldung für das Projekt läuft über die Christliche Krankenkasse.
Eine weitere Neuheit ist "Leselust". Ganz neu ist das Projekt in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Logos allerdings nicht: Es knüpft an eine frühere Kooperation mit Logos an. Wie der Titel schon andeutet, wird an insgesamt fünf Terminen aus verschiedenen Büchern vorgelesen. Leselust findet zum ersten Mal am 14. November statt.
"Wir werden mit einer Schauspielerin aus Köln und einem Radiosprecher vom Deutschlandfunk 'Das Neinhorn' und 'Das Klugscheißerchen' zum Besten geben. Uns ist dabei wichtig, dass die Kinder, die das sehen werden und hören werden, noch mal merken, wie ein Buch riecht und dass man aus einem Buch noch wesentlich mehr rausholen kann, es als nur digital irgendwo zu konsumieren", sagt Ludwig Kuckartz, künstlerischer Leiter von KultKom.
Auch zwei Termine für Erwachsene sind vorgesehen. Im Hinblick auf die kommende Saison hat sich KultKom zudem vorgenommen, mehr Theaterstücke und Filme in französischer Sprache zu zeigen - sowohl durch die Fortführung der Beaux Spectacles Français als auch durch Film Francophone.
"Uns ist ganz wichtig, dass wir hier Nischen ansprechen und dass wir vor allem auch das machen, was andere vielleicht nicht so sehr machen, um jetzt die Konkurrenz zu minimieren, aber trotzdem auch Menschen aus Baelen oder Membach hierherzuziehen", so Kuckartz.
Neben den neuen Impulsen und Zielsetzungen laufen in Zukunft natürlich auch die bestehenden Reihen von KultKom weiter, zum Beispiel Jazz im Foyer, Planet Erde oder RetroVision. Im Rahmen der letzteren Reihe dürfen sich die Besucher des Jünglingshauses im nächsten Jahr auf Filmklassiker wie "Die Vögel" oder "Clockwork Orange" freuen.
Bis 2027 bleiben aber noch ein zweieinhalb Monate. Und auch die seien mit Highlights gespickt, so Ludwig Kuckartz. Angefangen mit dem CinéConcert am Sonntag: Das Collectif du Lion begleitet im Kinosaal live drei Kurzfilme von "Laurel and Hardy", hier wohl besser bekannt als Dick und Doof.
"Das wird sehr lebendig werden und wird auch dort noch mal das Medium Film zu einem Next Level bringen. Des Weiteren haben wir im Oktober noch Serdar Somuncu auf der Bühne, einen Kabarettisten, der vielleicht etwas anecken könnte, was aber im Programm ist, das ist seine Bühnenrolle. Er hat uns versprochen, auch was über Ostbelgien zu berichten."
Im Herbst lädt dann auch der Cäcilienchor ins Jünglingshaus ein - auf dem Programm stehen sowohl nordische Klänge als auch Hits von ABBA. Visuell soll das Ganze mit Nordlicht untermalt werden, verrät Kuckartz.
"Im November kommt dann auch noch das Duo Topolino ins Foyer. Das ist ein Duo aus Aachen, mit Gesang, Gitarre und Geige. Dieses Duo wird mit Liedern aus aller Welt eine Weltreise machen, aber wo es genau hingeht, bestimmen am Ende die Kinder."
Der letzte Vorhang für 2026 fällt schließlich beim Weihnachtsmärchen. Die Theaterfreunde Eupen bringen "Aladin und die Wunderlampe" auf die Bühne.
Im Rahmen der Kinoreihe Planet Erde Reihe gibt es am 10. November eine Kooperation mit dem BRF. An diesem Abend werden Reportagen über die Flutkatastrophe 2021 und den Vennbrand gezeigt. "Wir machen das, um auch mit dem Publikum über diese Themen sprechen zu können und aufzuzeigen, dass die Katastrophe eigentlich vor der Haustüre steht und man vielleicht zusammen eine Lösung finden kann", so Kuckartz.
Lindsay Ahn