„Collection Day“ am 12. Juni in Eupen und St. Vith

In vielen Häusern und Wohnungen schlummern versteckte historische Schätze: Beispielsweise alte Briefe, Schulhefte, Fotos oder Karten, die seit vielen Jahren ein Schattendasein in Kellern oder Speichern führen. Doch diese nur scheinbar unwichtigen Dokumente sind manchmal wichtige historische Quellen. Aus diesem Grund findet auch in diesem Jahr wieder der "Collection Day" statt.

Collection Day

"Collection Day" im Staatsarchiv Eupen (Bild: Staatsarchiv Eupen)

Im vergangenen Jahr ist dieser Sammeltag coronabedingt ausgefallen. Er wird vom Zentrum für Ostbelgische Geschichte und dem Staatsarchiv in Eupen sowie dem Geschichts- und Museumsverein zwischen Venn und Schneifel (ZVS) organisiert. In diesem Jahr hat er einen besonderen Schwerpunkt.

„Wir richten uns ja dieses Jahr speziell an Personen, die Unterlagen über Vereine oder Unternehmen haben“, so Nicolas Williams, der Leiter des Zentrums für Ostbelgische Geschichte. „Das kann eine alte Mitgliedszeitschrift sein, das können aber auch Ausweise sein. Besonders schön wäre es natürlich, wenn jetzt zum Beispiel ein ehemaliger Kassierer eine Mitgliederliste hat. Das würde uns sehr helfen.“

Gerade die unscheinbaren Dinge sind mitunter historisch wertvoll. Nicht nur an Dokumenten, sondern auch an alten Gegenständen sind die Organisatoren interessiert. Als Beispiel sei ein Schachverein genannt, der eventuell noch über alte Schachbretter oder -figuren verfügt. Auch Pokale, Preise und Uniformen sind gern gesehene Sammelstücke. Wer etwas Interessantes zu bieten hat, kann darüber bestimmen, ob er die Sache schenken, leihen oder nur digitalisieren lassen möchte.

Bei der Dauerleihgabe gibt es zwei Optionen: „Entweder es geht dann nach dem Tod in unseren Bestand – also des Staatsarchivs – über oder die Person verfügt eben, dass die Erben darüber entscheiden sollen, was dann damit passiert. Also ob sie es zurück haben möchten oder ob es dann eben doch endgültig ins Archiv übergeht. Aber da muss sich niemand jetzt schon festlegen.“

Die Zusammenarbeit zwischen dem Zentrum für Ostbelgische Geschichte, dem Staatsarchiv und dem ZVS funktioniert gut. „Das ist aber eine reibungslose Kooperation“, sagt Nicolas Williams, „so wie auch in allen anderen Fragen mit dem Staatsarchiv. Wir arbeiten da ja sehr eng miteinander zusammen. Wichtig ist: Die Leute können ja nicht nur nach Eupen ins Staatsarchiv kommen, wo eben dann direkt gegenüber ja auch das Zentrum für Ostbelgische Geschichte ist, sondern sie können auch zum Museumsverein nach Sankt Vith fahren, also wer in der belgischen Eifel wohnt.“

Der Collection Day findet am 12. Juni in Eupen (Kaperberg 2-4) sowie St. Vith (Schwarzer Weg 6) statt.

js/fk