Gedenktafel für getötete Polizistin in Paris enthüllt

Frankreich hat an die Polizistin erinnert, die bei der Pariser Terrorserie vor einem Jahr von einem Islamisten erschossen wurde. Im Vorort Montrouge südlich der Hauptstadt enthüllte Präsident François Hollande am Samstag eine Gedenktafel.

Gedenktafel für Clarissa Jean-Philippe enthüllt: Familienmitglieder singen einen Gospel

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Die 26-jährige Clarissa Jean-Philippe war am 8. Januar 2015, dem Tag nach dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“, von Amedy Coulibaly getötet worden. Dieser überfiel am folgenden Tag den koscheren Supermarkt Hyper Cacher. Bei der Terrorserie brachten drei Islamisten insgesamt 17 Menschen um.

Die Gewalttaten erschütterten Frankreich, das im vergangenen Jahr noch mehrfach Ziel von Terroristen wurde – vor allem mit der Mordserie vom 13. November mit 130 Todesopfern.

In den vergangenen Tagen hatte es bereits mehrere Gedenkveranstaltungen für die Anschläge vom Januar gegeben. Für Samstagabend ist eine Zeremonie am Hyper Cacher geplant, am Sonntag erinnert eine Hommage auf dem Platz der Republik an die Anschlags-Opfer.

Ein Jahr danach – die Orte der Pariser Anschläge vom Januar 2015

Die Redaktion von „Charlie Hebdo“ saß bis zum Überfall am 7. Januar in der Rue Nicolas Appert im Osten von Paris. An dem schlichten Bürogebäude erinnert seit Dienstag eine Gedenktafel an die hier getöteten elf Menschen, darunter die bekanntesten Karikaturisten von „Charlie Hebdo“. Darunter liegt ein Gebinde, einige Topfpflanzen stehen daneben. Direkt nach dem Anschlag hatte es ein Meer von Blumen gegeben. Die Redaktionsräume in der zweiten Etage sind zu vermieten.

Zwei der Opfer wurden auf offener Straße getötet. Kurz nach dem Überfall auf „Charlie Hebdo“ erschossen die islamistischen Brüder Chérif und Said Kouachi den Polizisten Ahmed Merabet auf dem Boulevard Richard Lenoir. Der Bürgersteig mit dem Tatort liegt direkt vor einem Spielplatz. Am Zaun davor ist nun die Gedenktafel für Merabet angebracht. Auf ein Trafo-Häuschen ist sein Porträt gemalt.

Einen Tag später stirbt am 8. Januar die Polizistin Clarissa Jean-Philippe durch Schüsse nahe der Kreuzung Porte de Châtillon an der südlichen Stadtgrenze von Paris. Diese Tat wird Amedy Coulibaly zugeordnet, der in Kontakt mit den Kouachis stand. Eine Gedenktafel für Jean-Philippe ist am Samstag enthüllt worden.

Bis heute am deutlichsten zu erkennen sind die Folgen der Terroranschläge am Hyper Cacher, dem Supermarkt für koschere Lebensmittel an der Porte de Vincennes an der östlichen Stadtgrenze von Paris. Hier nahm Coulibaly am 9. Januar Geiseln und tötete vier Menschen. Schon rund 30 Meter vor dem Gebäude steht eine Umzäunung, die auch den Bürgersteig und den Fahrradweg an dieser Stelle blockiert. Am Eingang steht ein Überwachungsfahrzeug, dazu schwer bewaffnete Militärs. Einen angrenzenden großen Parkplatz darf niemand mehr benutzen. Im Hyper Cacher selbst sind nach der Renovierung auffällig viele Überwachungskameras installiert.

dpa/jp/km - Bild: Michel Euler/AFP

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