Mexikanischer Drogenbaron wieder aus Gefängnis ausgebrochen

Einer der mächtigsten Drogenbosse Mexikos ist zum zweiten Mal aus dem Gefängnis entkommen. Er wurde zuletzt in der Nähe der Duschräume im Hochsicherheits-Trakt der Altiplano-Haftanstalt gesehen. Nun läuft ein groß angelegter Sucheinsatz in der Umgebung des Gefängnisses.

Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo " Guzmán am 22.2. in Mexico City

Der mexikanische Drogenboss Joaquín "El Chapo " Guzmán am 22.2. in Mexico City

Der mexikanische Drogenbaron Joaquín „El Chapo“ Guzmán ist erneut aus dem Gefängnis ausgebrochen. Nach Angaben des US-Senders CNN (Sonntag) starteten die Behörden in Mexiko eine Großfahndung. Die Wächter des Hochsicherheitsgefängnisses Altiplano in der mexikanischen Stadt Almoloya de Juárez hätten die Abwesenheit Guzmáns bei einem Routinecheck am Samstag bemerkt, hieß es demnach in einer Stellungnahme der nationalen Sicherheitsbehörde. Der Flughafen im benachbarten Toluca sei vorsichtshalber geschlossen worden.

Guzmán gilt als der Kopf eines der mächtigsten und gefährlichsten Drogenkartelle weltweit. Er war schon einmal 2001 auf einem Wäschewagen aus einem Hochsicherheitsgefängnis entkommen. Nach jahrelangen Fahndungen war er erst im Februar 2014 in einem mexikanischen Urlaubsort wieder festgenommen worden.

In den Vereinigten Staaten wird Guzmán wegen zahlreicher Fälle von Drogenhandel und organisiertem Verbrechen gesucht. Er gilt als Kopf des Sinaloa-Kartells, eine der einflussreichsten Drogengangs in Mexiko. Sein Spitzname bedeutet übersetzt „der Kleine“ und bezieht sich auf seine geringe Körpergröße von 1,68 Meter. Seine turbulente Lebensgeschichte hat Romane und Lieder inspiriert. Über Guzmáns Leben kursieren viele Gerüchte. Selbst sein Alter wird in verschiedenen Quellen mit 58 oder 60 angegeben.

dpa/br/rkr - Archivbild: Ronaldo Schemidt (afp)