Papst Franziskus: Kirche darf Gott nicht aus dem Blick verlieren

Der neue Papst Franziskus hat am Tag nach seiner Wahl seine erste Messe im Vatikan gefeiert. Er kam in der Sixtinischen Kapelle mit den 114 wahlberechtigten Kardinälen zusammen, die dort mit ihm an dem Konklave teilgenommen hatten.

Nonnen verfolgen die erste Messe von Papst Franziskus auf dem Petersplatz

Nonnen verfolgen die erste Messe von Papst Franziskus auf dem Petersplatz

Papst Franziskus hat am Donnerstag seine erste Messe als neues Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche gelesen. Der Gottesdienst „Per la Chiesa“ („Für die Kirche“) vor den 114 Kardinälen in der Sixtinischen Kapelle beendet offiziell das Konklave.

In seiner Predigt warnte Franziskus die katholische Kirche davor, Gott aus dem Blick zu verlieren. Ohne die Verkündigung Jesu werde die Kirche eine mitleidige regierungsunabhängige Organisation, sagte der neue Papst. „Wenn wir ohne das Kreuz voranschreiten, aufbauen und bekennen, dann sind wir keine Jünger des Herrn.“

In all dem gehe es um Bewegung, sagte Franziskus in seiner wenige Minuten langen und frei gehaltenen Ansprache. Diese Dinge seien aber nicht immer einfach, weil es immer auch Rückwärtsbewegungen gebe.

Der neue Papst Franziskus hofft sehr, zu einer weiteren Verbesserung der Beziehungen zwischen Juden und Katholiken „im Geist erneuerter Zusammenarbeit“ beitragen zu können. Er wolle so einer Welt dienen, die mehr im Einklang mit dem Willen des Schöpfers sein könne, schrieb der Papst am Donnerstag an Roms Chefrabbiner Riccardo Di Segni. Er lud den Chefrabbiner zu der Messe ein, mit der er feierlich in sein Amt eingeführt werden soll.

An der Zeremonie am kommenden Dienstag nehmen Staats- und Regierungschefs aus aller Welt teil, darunter auch Premierminister Elio Di Rupo und das Königspaar.

dpa/dradio/okr - Bild: Johannes Eiseles (afp)