Ungarn hat die Akten der kommunistischen Staatssicherheit erstmals umfassend zugänglich gemacht. Jeder kann sie nun auf der Webseite des Archivs einsehen. Das kündigte Regierungschef Magyar am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Budapest an. Magyar sagte, Ungarn tue nun mit 36 Jahren Verspätung, was keine andere Partei seit der demokratischen Wende getan habe. Die Öffnung des Archivs hatte er vor der Wahl versprochen.
Laut dem Archivdirektor sind dort die Namen von rund 55.000 Menschen gespeichert, an die die ungarische Stasi herangetreten war. Etwa 10.000 von ihnen könnten noch leben. Die Registrierkarten zeigen auch, wer die Zusammenarbeit verweigerte. Die Akten sind unvollständig. Viele wurden schon zu Zeiten des Kommunismus vernichtet.
dpa/vk