Die Europäische Zentralbank (EZB) verzichtet trotz stark gestiegener Inflation vorerst auf eine weitere Zinserhöhung. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,5 Prozent. Das hat der EZB-Rat bei seiner Sitzung in Frankfurt entschieden, wie die Notenbank mitteilte.
Kurz vor Verkündung der Zinsentscheidung hatte die EZB bekanntgegeben, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde zum 7. Februar 2027 zurücktreten wird. Regulär wäre ihre achtjährige Amtszeit bis Ende Oktober nächsten Jahres gelaufen.
Dass teure Energie als Folge des Iran-Kriegs die Verbraucherpreise hoch treibt, wäre für die Euro-Währungshüter zwar ein Argument für die dritte Zinsanhebung im laufenden Jahr gewesen. Höhere Leitzinsen verteuern Kredite, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann. Sparer profitieren, wenn Banken die besseren Konditionen weitergeben. Doch höhere Zinsen belasten zugleich alle, die investieren wollen. Das kann die Konjunktur bremsen.
dpa/est