In Israel weisen die Polizei und die Wahlkommission im Zusammenhang mit dem starken Abschneiden der arabischen Parteien Vorwürfe des Wahlbetrugs zurück. Es gibt demnach bisher keine Beweise für Behauptungen, arabische Wähler hätten die Parlamentswahl "gestohlen".
Ein leitender Polizeibeamter bezeichnete die Anschuldigungen laut Tageszeitung "Haaretz" als reine Propagandataktik ohne sachliche Grundlage. Im laufenden Wahlverfahren seien bei den Behörden sogar weniger Beschwerden über Unregelmäßigkeiten eingegangen als bei vorherigen Urnengängen.
Auslöser der Anschuldigungen ist der starke Zuwachs der vorwiegend arabisch geprägten Parteienbündnisse. Nach dem vorläufigen Auszählungsstand sichern sie sich 19 der 120 Sitze im Parlament. Damit verdoppeln sie ihr Ergebnis gegenüber der Parlamentswahl von 2022 nahezu.
In israelischen Medienberichten wird zudem auf Vermutungen der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu verwiesen, wonach Staaten wie Katar und die Türkei Organisationen zur Steigerung der arabischen Wahlbeteiligung finanziert haben sollen. Öffentliche Beweise für eine ausländische Einflussnahme oder Verfehlungen arabischer Parteienvertreter wurden bisher nicht vorgelegt.
dpa/est