In der spanischen Hauptstadt Madrid ist es nach dem schweren Zugunglück mit Dutzenden Toten zu Ausschreitungen vor dem Transportministerium gekommen. Rechtsextreme Gruppen hatten nach dem Unglück zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Dabei kam es zu Zusammenstößen zwischen einigen der rund 1.500 Demonstranten und der Polizei.
Die Beamten setzten schließlich Tränengas ein, um die Versammlung aufzulösen. Der Protest richtete sich gegen die Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und dessen Verkehrsminister Óscar Puente, die von den Demonstranten für das Zugunglück in der Provinz Toledo verantwortlich gemacht werden.
Suche nach Opfern geht nachts weiter
Nach dem zweiten schweren Zugunglück in Spanien innerhalb von nur neun Monaten ist die Suche nach möglichen weiteren Opfern in der Nacht zu Donnerstag weitergegangen. Die Einsatzkräfte schlossen nicht aus, dass sich in den Wracks der beschädigten Waggons weitere Opfer befinden. Viele Menschen suchten in der Nacht nach vermissten Familienangehörigen.
Nach aktuellem Stand kamen 68 Menschen bei dem Unglück ums Leben, 50 Verletzte werden im Krankenhaus behandelt. Ministerpräsident Sanchez verhängte eine dreitägige Staatstrauer. Als mögliche Unfallursache wird menschliches Versagen vermutet.
dpa/vrt/sh