Nach den Ausschreitungen in Frankreich hat es in der Nacht zu Dienstag in mehreren Großstädten Ausgangssperren gegeben. In Paris galt das Verbot in Stadtvierteln, die besonders betroffen waren; in Nizza, Lyon und Lille galt die Ausgangssperre ausschließlich für Minderjährige. Die Nacht sei weitgehend ruhig verlaufen, heißt es.
Lage beruhigt
Premierminister Lecornu hatte die Maßnahme durchgesetzt, nachdem am Wochenende Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und für eine bessere Bildung in Gewalt und Plünderungen umgeschlagen waren. 2.000 Menschen wurden festgenommen.
Laut Lecornu hat die Ausgangssperre zur Beruhigung der Lage beigetragen. In einem Beitrag in den sozialen Medien dankte er den Polizeikräften, die das Ausgehverbot zwischen 21 Uhr und 6 Uhr überwacht hatten. Zugleich kündigte Lecornu an, dass noch im Laufe des Tages über eine Verlängerung der Ausgangssperren für die Nacht zu Mittwoch entschieden werde.
Verschiedene Schüler- und Studentenverbände haben laut Medienberichten bereits zu weiteren Protesten in den nächsten Tagen aufgerufen.
Festnahme nach Brandstiftung im Rathaus von Limoges
Unterdessen ist ein Mann festgenommen worden, der möglicherweise an der Brandstiftung im Rathaus von Limoges beteiligt war. Das berichten mehrere französische Medien. Das Rathaus aus dem 19. Jahrhundert war am Wochenende während gewaltsamer Straßenunruhen niedergebrannt.
Bei dem Festgenommenen soll es sich um einen 40-Jährigen handeln, der seit einiger Zeit vom französischen Geheimdiensten überwacht wird, weil er einer linksextremen Bewegung angehören soll.
vrt/rtbf/dpa/jp