Frankreichs Präsident Macron hat die massive Gewalt am Rande eines nationalen Protesttages gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem verurteilt.
Die Ausschreitungen seien durch nichts zu rechtfertigen, sagte Macron in einer Fernsehansprache. Es sei unerträglich, die Straßen der französischen Städte derart verwüstet zu sehen. Die Verantwortlichen würden mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt. Auch die Polizeieinsätze würden untersucht.
Macron kündigte weiter an, den Präfekturen und Bürgermeistern mehr Befugnisse zu erteilen, um Demonstrationen bei Bedarf zu verbieten. In ganz Frankreich war es vor zwei Tagen zu massiver Gewalt gekommen. Geschäfte wurden geplündert, Gebäude und Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Mehr als 2.400 Menschen wurden festgenommen.
Innenminister bietet Rücktritt an
Infolge der Ausschreitungen und Plünderungen am vergangenen Wochenende in mehreren Städten in Frankreich hat Innenminister Nuñez angeboten, zurückzutreten.
Präsident Macron lehnte den Rücktritt jedoch ab und forderte Nuñez stattdessen auf, neue Einsatzkonzepte für die Polizei zu entwickeln, um die Gewalt unter Kontrolle zu bringen. Denn es gibt Kritik an der Planung der Polizeieinsätze und der Beschaffung von Informationen im Vorfeld der Gewaltausbrüche.
Die Proteste in Frankreich hatten im September wegen des Lehrermangels an Schulen begonnen.
dpa/vrt/rtbf/jp