Bei landesweiten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten ist es in Frankreich zu schweren Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben der Regierung wurden rund 1.800 Menschen festgenommen und 500 Polizisten verletzt.
Innenminister Laurent Nuñez sprach von 550.000 Teilnehmern, die Gewerkschaft CGT von 800.000. In zahlreichen Städten kam es zu Plünderungen, Brandstiftungen und Sachbeschädigungen. In Limoges brannte das denkmalgeschützte Rathaus weitgehend aus.
Auch in Marseille, Lyon und Paris wurden Geschäfte und öffentliche Gebäude angegriffen. Premierminister Sébastien Lecornu verurteilte das Ausmaß der Gewalt und machte eine gut organisierte linksextreme Gruppe dafür verantwortlich.
Präsident Emmanuel Macron kündigte strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen an. Die Proteste richteten sich gegen hohe Spritpreise, niedrige Löhne und soziale Missstände. Auch Schüler, Studierende und Vertreter der Landwirtschaft beteiligten sich.
Die Regierung steht angesichts der hohen Staatsverschuldung unter Druck. Zugleich wächst die Sorge vor einer neuen Protestbewegung nach dem Vorbild der Gelbwesten.
dpa/fk/okr