In der spanischen Hauptstadt Madrid ist die 87-jährige Maricarmen Abascal gestorben. Die Frau war zur Symbolfigur der Massenproteste gegen die Wohnungsnot in Spanien geworden.
Vor zwei Wochen war sie nach 70 Jahren aus ihrer Mietwohnung zwangsgeräumt worden. Polizisten brachen damals ihre Tür auf, Sanitäter trugen sie aus dem Haus. Ein Investmentfonds hatte das Haus gekauft und wollte den Mietpreis verdreifachen.
Der Fall hatte landesweit Empörung und Wut ausgelöst. Am Ende wurde zwar eine Einigung über die Rückkehr der 87-Jährigen in ihre Wohnung erzielt, Maricarmen überlebte das aber nur wenige Tage.
Nach ihrem Tod kam es in der Nacht zu Donnerstag in Madrid zu ersten Protesten. Die Aktivisten machen die Regierung mitverantwortlich für ihren Tod.
Für den 11. November haben die Gewerkschaften in Spanien zu einem Generalstreik aufgerufen. Sie fordern mehr bezahlbaren Wohnraum und Maßnahmen gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Der Streik fällt in die heiße Phase vor den vorgezogenen Wahlen Ende November.
dpa/vrt/jp