Die Ölpreise haben zum Wochenstart erneut zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent aus der Nordsee kletterte am Montagmorgen um knapp drei Prozent auf 107,60 Dollar und näherte sich damit wieder der Marke von 110 Dollar.
Auch der Preis für europäisches Erdgas ist deutlich gestiegen. Hintergrund sind Lieferausfälle aus den Fördergebieten am Persischen Golf. An der Börse in Amsterdam erreichte der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF bei 83,75 Euro je Megawattstunde den höchsten Stand seit Ende 2022.
Am Markt sorgen sich die Anleger vor einer anhaltenden Unterbrechung der Lieferungen von Flüssigerdgas aus dem Nahen Osten wegen der Blockade der Straße von Hormus. Ein ursprünglich für Montag geplantes Treffen zwischen dem Iran und mehreren Golfstaaten zur Lage in der wichtigen Transportroute wurde verschoben.
Das Außenministertreffen ist nach iranischen Angaben wegen der Eskalation im Jemen verschoben worden. Saudi-Arabien habe darum gebeten, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai in Teheran. Auf Nachfrage bestätigte er, dass die jüngsten Entwicklungen im Jemen dabei eine Rolle gespielt hätten.
Vergangene Woche waren die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen im Bürgerkriegsland Jemen überraschend schnell vorgerückt. Die Huthi griffen Stellungen der Regierungstruppen an und kontrollieren inzwischen die gesamte Westküste des Landes.
Saudi-Arabien kämpft seit mehr als zehn Jahren an der Seite der international anerkannten Regierung im Jemen gegen die islamistische Miliz. Diese greift wieder verstärkt zivile Ziele und Öl-Einrichtungen in Saudi-Arabien an. Offiziell dementiert die iranische Regierung, in den Vormarsch der Huthi involviert zu sein.
dpa/sh