Nach dem Vormarsch der Huthi zur wichtigen Meerenge Bab al-Mandab herrscht im Jemen eine angespannte Ruhe. Aus Militärkreisen verlautete, eine Hauptstraße zur zuvor umkämpften Stadt Tais sei wieder geöffnet. Die Huthi-Miliz hatte davor dort Stellungen der Regierungstruppen angegriffen und die Hafenstadt Mokka westlich von Tais eingenommen. Die Huthis kontrollieren inzwischen die gesamte Westküste vom Jemen. Die Regierungstruppen werden von Saudi-Arabien unterstützt.
Mit den Kämpfen ist das ohnehin stark verarmte Land wieder tief in den seit mehr als zehn Jahren laufenden Bürgerkrieg gestürzt. Nach UN-Schätzungen von 2021 wurden dabei mehr als 150.000 Menschen bei Kämpfen getötet, 220.000 weitere kamen demnach durch indirekte Kriegsfolgen wie Hunger und Krankheiten ums Leben. Rund 22 Millionen Menschen sind im Jemen derzeit auf humanitäre Hilfe angewiesen.
Von ihren neu gewonnenen Positionen aus können die Huthi Handels- und andere Schiffe im Roten Meer gezielter angreifen oder stören als zuvor. Der für den Welthandel enorm wichtige Schifffahrtsweg, der auf der Route von Asien nach Europa liegt, könnte damit noch stärker bedroht werden als bisher.
dpa/est