Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht zum zweiten Mal in diesem Jahr die Zinsen. Sie reagiert damit auf den Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs.
Die Notenbank hebt den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins von 2,25 auf 2,5 Prozent an. Das entschied der EZB-Rat am Donnerstag. Die Notenbank erklärte, der Konflikt im Nahen Osten erzeuge weiterhin Inflationsdruck. Die Inflation werde voraussichtlich über einen längeren Zeitraum deutlich über dem Zielwert von zwei Prozent bleiben.
Höhere Leitzinsen verteuern Kredite für Verbraucher und Firmen, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann. Sparer können profitieren, wenn Banken die besseren Konditionen weitergeben. Zugleich jedoch sind steigende Zinsen eine Belastung für alle, die investieren wollen - von Privathaushalten bis Unternehmen.
Wichtigstes Ziel der Notenbank ist es, die Inflation im Zaum zu halten und für einen stabilen Euro zu sorgen. Der seit Ende Februar schwelende Krieg zwischen den USA und dem Iran hat die Teuerung kräftig nach oben getrieben. Im August waren die Verbraucherpreise im Euroraum nach einer ersten Schätzung der Statistikbehörde Eurostat 3,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Das ist die höchste Teuerungsrate seit September 2023.
dpa/est