In Serbien gibt es am 25. Oktober vorgezogene Parlamentswahlen. Staatspräsident Vucic verfügte per Dekret auf Vorschlag seiner Regierung die Auflösung des Parlaments und setzte den Wahltermin fest.
Der teilweise autokratisch regierende Präsident erhofft sich von diesem Schritt die Konsolidierung seiner Macht. Seine Amtszeit als Staatschef endet nächstes Jahr. Nach zwei Mandaten darf er nicht erneut kandidieren. Vucic hat allerdings mehrfach erklärt, als Ministerpräsident für eine neue Regierung zur Verfügung zu stehen und dazu vorzeitig sein Amt als Staatschef niederlegen zu wollen.
Zuletzt hatte die Regierung des EU-Beitrittskandidaten Serbien mit der Verherrlichung des kürzlich im internationalen Gefängnis von Den Haag gestorbenen Kriegsverbrechers Mladic Kritik von EU-Vertretern auf sich gezogen. Der frühere bosnisch-serbische Milizenführer war am Montag in Belgrad mit staatlichen Ehren beerdigt worden, unter Beteiligung der serbischen Armee und in Anwesenheit von Regierungspolitikern. Vucic war bei der Beerdigung nicht anwesend.
dpa/mh