Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit ihrem Spitzenkandidatin Ulrich Siegmund mit großem Vorsprung gewonnen, die absolute Mehrheit aber verpasst. Die CDU mit Ministerpräsident Sven Schulze kommt mit herben Verlusten auf Platz zwei.
Den letzten Hochrechnungen zufolge könnte mit der AfD das erste Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei in einem Bundesland an die Macht gelangen, bräuchte dafür aber Partner.
Ob es ihr gelingen kann, etwa einzelne Abgeordnete anderer Fraktionen für die Wahl Siegmunds zum Ministerpräsidenten zu gewinnen, ist unklar. Eine Koalition mit der AfD hatten die übrigen Parteien im Landtag vor der Wahl ausgeschlossen.
Den vorläufigen Ergebnissen zufolge büßt die Linke Stimmen ein, die SPD bleibt einstellig. Die Grünen fahren ihr bestes Ergebnis bei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt ein. Die FDP scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde. Das Bündnis Sahra
Wagenknecht (BSW) musste lange zittern, zieht aber nun erstmals in den Landtag in Magdeburg ein.
Im Landtag erhält die AfD laut Zahlen von ARD und ZDF 39 Sitze (2021: 23), die CDU 15 (40). Die Linke kommt auf acht Mandate (zwölf), die SPD ebenfalls auf acht (neun) und die Grünen erhalten auch acht Sitze (sechs). Das BSW stellt fünf Abgeordnete.
Die Wahlbeteiligung liegt laut vorläufigen Ergebnissen bei 77,8 Prozent (2021: 60,3), der höchste Wert in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung. Knapp 1,7 Millionen Menschen waren wahlberechtigt.
dpa/sh