Eine wichtige Rolle bei seiner juristischen Verfolgung spielte auch der Ostbelgier Serge Brammertz. Der Jurist aus Eupen war ab 2008 Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag. Brammertz beschäftigte sich intensiv mit dem Fall Mladic.
Mladic war unter anderem verantwortlich für den Völkermord von Srebrenica. Dort hatten bosnisch-serbische Truppen im Juli 1995 rund 8.000 muslimische Männer und Jungen getötet. Mladic wurde außerdem für seine Rolle bei der Belagerung Sarajevos und für ethnische Vertreibungen verurteilt.
Mladic war nach dem Ende des Bosnienkriegs fast 16 Jahre lang untergetaucht. Serbische Behörden nahmen ihn im Mai 2011 fest.

Damit wurde der Prozess in Den Haag möglich. 2017 verurteilte das Tribunal Mladic zu lebenslanger Haft. Das Urteil wurde 2021 endgültig bestätigt. Bis zuletzt verbüßte er seine lebenslange Haft in Den Haag.
Sein Gesundheitszustand hatte sich in den vergangenen Jahren stark verschlechtert. Mladic beantragte deshalb wiederholt, zur medizinischen Behandlung nach Serbien verlegt zu werden.
Die zuständigen UN-Behörden lehnten diese Anträge ab. Noch wenige Tage vor seinem Tod war ein Antrag auf eine vorzeitige Freilassung zurückgewiesen worden.
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