In Nepal und dem benachbarten Tibet werden nach heftigen Sturzfluten mehr als 1.300 Menschen vermisst, darunter Hunderte ausländische Touristen. Nach nepalesischen Angaben kamen mindestens 165 Menschen ums Leben.
Viele von ihnen wurden offenbar von den Fluten mitgerissen und viele Kilometer flussabwärts an der Grenze zu Indien entdeckt. Bilder und Videos aus dem Gebiet im Himalaya zeigen ein erschreckendes Ausmaß der Zerstörung. Die Behörden gehen davon aus, dass die Opferzahlen weiter steigen könnten.
In Nepal beteiligen sich 2.000 Soldaten an den Rettungsarbeiten. Sie haben bisher bereits etwa hundert Menschen bergen können. Auch China und Indien haben Hilfskräfte entsandt.
Inzwischen ist eine internationale Hilfsaktion angelaufen. Das Internationale Rote Kreuz schickt unter anderem Trinkwasser, Erste-Hilfe-Koffer und Leichensäcke. Die Europäische Union unterstützt die Rettungskräfte mit ihrem Satellitendienst Copernicus, und die Weltgesundheitsorganisation hat medizinische Nothilfe entsandt. Auch das Nachbarland Indien schickt 10 Tonnen humanitäre Hilfsgüter in Militärtransportflugzeugen und setzt Hubschrauber für Rettungsaktionen ein.
Das Außenministerium in Brüssel meldet, dass sich derzeit 15 Belgier in der Region aufhalten. Zu drei von ihnen habe man noch keinen Kontakt aufnehmen können.
Ursache für die gewaltigen Sturzfluten soll ein Gletscherabbruch in einen Fluss gewesen sein. Wasser, Eis und Geröll spülten ganze Dörfer, Straßen und Brücken weg.
dpa/vrt/jp