Die Militärhilfe für die Ukraine hat im Juni den höchsten Stand seit dem Ende der US-Finanzierung erreicht. Das geht aus einer Analyse des Instituts für Weltwirtschaft im norddeutschen Kiel hervor.
Demnach erhielt Kiew im Juni Militärhilfe im Wert von 7,2 Milliarden Euro, der zweithöchste Wert seit Beginn des russischen Angriffskriegs. Die Steigerung ist vor allem der zusätzlichen Unterstützung der EU zu verdanken. Die EU hatte dafür einen Kredit über 90 Milliarden Euro beschlossen. Er soll die Ukraine bis 2027 militärisch unterstützen und ihren Staat finanzieren.
Langfristig bleibt die Unterstützung jedoch unter dem früheren Niveau, da die USA ihre Finanzierung gestoppt haben. Gleichzeitig kauft Europa jedoch zunehmend Waffen bei US-Rüstungskonzernen.
Mindestens 437 tote Zivilisten im Juli
Für die Zivilbevölkerung in der Ukraine war der Juli der blutigste Monat seit Mai 2022. Das geht aus einem Bericht der Menschenrechtsbeobachter der Vereinten Nationen hervor. Demnach wurden im vergangenen Monat mindestens 437 Zivilisten getötet und 2.610 weitere verletzt. Besonders schwer getroffen wurde die ukrainische Hauptstadt Kiew.
Seit Beginn des Jahres hat die UN-Mission mehr als 12.400 zivile Opfer registriert, darunter 1.839 Tote. Das sind 44 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres.
Seit dem Beginn der russischen Großinvasion im Februar 2022 haben die Vereinten Nationen 16.874 getötete und mehr als 51.000 verletzte Zivilisten in der Ukraine erfasst. Die tatsächlichen Zahlen dürften deutlich höher liegen, da die Vereinten Nationen keinen Zugang zu den von Russland besetzten Gebieten haben.
belga/vk/mh