UN-Generalsekretär António Guterres will die politischen Vertreter der geteilten Insel Zypern unter Leitung der Vereinten Nationen wieder an den Verhandlungstisch bringen.
An den Gesprächen sollen auch die Garantiemächte Großbritannien, Griechenland und die Türkei teilnehmen. Das sagte Guterres bei einer Pressekonferenz in der zyprischen Hauptstadt Nikosia. Er habe die Zustimmung sowohl von Zyperns Präsident Nikos Christodoulidis als auch von Tufan Erhürman, dem politischen Führer der türkischen Zyprer. Einen möglichen Zeitpunkt der Gespräche nannte Guterres nicht.
Die letzte große Gesprächsrunde war im Jahr 2017 gescheitert. Zypern erlangte 1960 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Als zusätzliche Garantiemächte wurden damals neben dem Vereinigten Königreich auch die Türkei und Griechenland in der Verfassung verankert.
1974 wurde Zypern dann nach einem Putsch nationalistischer griechischer Zyprer und einer darauffolgenden türkischen Militärintervention de facto geteilt. Im Jahr 1983 rief der Norden die Türkische Republik Nordzypern (KKTC) aus, die weltweit nur von der Türkei anerkannt wird. 2004 nahm die EU die Insel Zypern als Ganzes in die EU auf. De jure ist die gesamte Insel seither EU-Mitglied, das EU-Recht wird jedoch nur im Südteil angewendet.
dpa/dlf/jp