Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach tagelangem Druck von Demonstranten Armeechef Olexander Syrskyj entlassen. Der Schritt erfolgt nur wenige Tage nach dem unfreiwilligen Rücktritt des beliebten Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow.
Er musste nach einem Konflikt mit Syrskyj gehen. Dabei ging es um einen Richtungsstreit in der Kriegsführung. Danach gab es im ganzen Land Proteste. Fedorow solle eine "würdige Position" bekommen, hieß es.
Neuer Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee wird Mychajlo Drapatyj. Die Ukraine werde ihre Angriffe auf Russland fortsetzen und verstärken, teilte der neue Kommandant mit. Er habe von Präsident Wolodymyr Selenskyj klare Aufgaben bekommen.
Zuletzt hat die Ukraine im Süden Russlands ein Öllager sowie Gebäude des größten russischen Versandhandels mit Drohnen angegriffen. Laut Behörden gab es dabei ein Todesopfer, zudem seien 15 Menschen verletzt worden.
Selenskyj rechtfertigte die Angriffe erneut als Teil des Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg. Getroffen worden seien "Logistikzentren, die an der Versorgung der russischen Armee mit Bauteilen für Drohnen, Navigationsausrüstung und Ausrüstung beteiligt sind", so der ukrainische Präsident.
Im Schwarzen und im benachbarten Asowschen Meer seien auch ein Tanker und vier Trockenfrachter getroffen worden. Er danke den Streitkräften "für diese Erfolge. Wir verlagern den Krieg ganz zu Recht zurück nach Russland", so Selenskyj.
dpa/orf/est/moko