Nach Beginn der neuen Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele im Iran melden örtliche Medien Explosionen in mehreren Gebieten des Landes. Der iranische Staatssender Irib meldete Detonationen nahe der Straße von Hormus sowie der Küstenstadt Bandar Abbas.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars gab es daneben im Süden erneut Angriffe auf Brücken. Dort hatte das US-Militär bereits in der vorherigen Nacht Brücken und andere zivile Infrastruktur attackiert. Die USA haben nach eigenen Angaben iranische Waffenanlagen, unterirdische Waffenlager und andere militärische Infrastruktur angegriffen.
Teheran holte wie schon in vorherigen Nächten zu Vergeltungsschlägen aus. Dabei gerieten mehrere Golfstaaten unter Beschuss. Es gab außerdem Berichte über Explosionen in Saudi-Arabien und Jordanien. Die Länder beherbergen US-Militärstützpunkte.
In Kuwait ist in einer Entsalzungsanlage ein Brand ausgebrochen. Es ist der zweite Tag in Folge, an dem Iran eine solche Anlage angreift. Entsalzungsanlagen machen Meerwasser zu Trinkwasser. Kuwait gewinnt rund 90 Prozent seines Trinkwassers auf diesem Weg. Die USA haben eine Entsalzungsanlage im Iran angegriffen. Im Süden des Landes sind dadurch rund 10.000 Menschen ohne Trinkwasser.
Der Iran blockiert vier Öltanker in der Straße von Hormus. Sie hatten versucht, unter amerikanischem Schutz die Meerenge zu passieren. Durch die Straße von Hormus sind in den letzten Tagen wieder deutlich weniger Schiffe gefahren, wie der Datendienst Kpler meldet. Am Mittwoch passierten noch 15 Schiffe die Meerenge, am Donnerstag waren es nur noch acht. Dies sei der niedrigste Wert seit drei Wochen. Vor Beginn des Iran-Kriegs durchquerten im Schnitt mehr als hundert Schiffe täglich die Straße von Hormus.
Seit der neuen Eskalation am Persischen Golf sind im Iran Regierungsangaben zufolge mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 500 Menschen seien bei den US-Angriffen verletzt worden, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Ihm zufolge wurden 460 Personen bereits aus dem Krankenhaus entlassen, während sich 37 weiterhin in stationärer Behandlung befinden.
dpa/okr/fk