Erstmals haben zwei Frauen öffentlich schwere Vorwürfe gegen den suspendierten Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Khan, erhoben. Khan habe seine Machtposition ausgenutzt und sie sexuell missbraucht. Das schilderten beide in einem Interview mit dem US-Sender CNN.
Eine der Frauen berichtet, sie habe aus Angst um ihren Arbeitsplatz und ihr Aufenthaltsrecht in den Niederlanden den Missbrauch über einen längeren Zeitraum ertragen. Die zweite Frau wirft Khan vor, sie während ihrer Zeit als Praktikantin unsittlich berührt zu haben.
Ein Untersuchungsorgan der Vereinten Nationen kam zuvor zu dem Schluss, dass es Hinweise auf sexuelle Übergriffe gebe. Khan weist alle Vorwürfe zurück.
Am kommenden Freitag entscheiden die 125 Mitgliedstaaten des Internationalen Strafgerichtshofs über Khans Zukunft. Nach bisherigen Einschätzungen dürfte sich eine Mehrheit für seine Entlassung aussprechen. Belgien hat seine endgültige Position noch nicht bekanntgegeben.
vrt/sh