Nach der neuen Eskalation im Iran-Krieg ist die Waffenruhe aus Sicht von US-Präsident Donald Trump beendet. Er werde seine Unterhändler aber weiter mit dem Iran reden lassen, wenn diese es wünschen. Er selber halte es aber für reine Zeitverschwendung, sich mit Vertretern des Irans abzugeben. Das sagte Trump am Rande des Nato-Gipfels in Ankara.
Das US-Militär hatte als Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus in der Nacht auf Mittwoch Dutzende Ziele im Iran bombardiert.
Außerdem setzen die USA Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Das US-Finanzministerium teilte mit, eine vor gut zwei Wochen erteilte Ausnahmegenehmigung werde wieder zurückgenommen. Neue Geschäfte mit Rohöl, Petrochemie- und Erdölprodukten von iranischem Ursprung sind damit wieder untersagt.
Ein US-Regierungsbeamter erklärte, die Ausnahmegenehmigung werde aufgehoben, weil sich das Rahmenabkommen mit dem Iran an dessen Verhalten orientiere. Der Iran profitiere nur dann von wirtschaftlichen Erleichterungen, wenn er seinen Verpflichtungen nachkomme.
Irans Militär kündigte eine Reaktion auf die US-Angriffe an. Kurz danach meldete die Armee des mit Washington verbündeten Golfstaats Kuwait feindlichen Beschuss. Auch in Bahrain heulten am frühen Morgen die Sirenen. Das Innenministerium forderte die Bevölkerung auf, sich in Sicherheit zu bringen und sich ruhig zu verhalten. Bahrain und Kuwait waren wie auch andere Golfstaaten schon mehrfach unter iranischen Beschuss geraten. Sie alle beherbergen US-Militärstützpunkte, die sich nur wenige Hundert Kilometer vom Iran entfernt befinden.
Eigentlich hatten die USA und der Iran eine Waffenruhe vereinbart und sich Mitte Juni auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Das Abkommen sollte der Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen sein - die Gespräche gerieten aber schon vor den jüngsten Angriffen ins Stocken.
Ölpreise ziehen deutlich an nach US-Angriffen auf Iran
Die Ölpreise sind nach den neuen Angriffen der USA auf den Iran kräftig gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent legte am Mittwoch im frühen Handel um über zweieinhalb Prozent zu. Der Preis liegt jetzt bei 76,09 Dollar. Schon am Dienstag hatte der Brent-Preis wegen der Angriffe auf Tanker in der Straße von Hormus um drei Prozent zugelegt.
Anfang Juli war der Preis für ein Fass der Sorte Brent auf 70 Dollar gefallen und damit auf den tiefsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar. Nach Beginn des Konflikts hatte ein Barrel zwischenzeitlich etwas mehr als 126 Dollar gekostet.
dpa/est