In Frankreich wird die Rechtsnationale Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl im nächsten Jahr kandidieren - trotz ihrer Verurteilung. Das kündigte Le Pen im Sender TF1 an. Sie werde gegen ihre Verurteilung Revision einlegen und als Kandidatin antreten.
Sollte sie gewählt werden, soll der Parteichef des Rassemblement National, Jordan Bardella, Premierminister werden. Den Rechtsnationalen werden gute Chancen zugerechnet, bei der Wahl im kommenden Frühjahr in die entscheidende Stichwahl einzuziehen.
Le Pens Kandidatur ist juristisch allerdings mit Risiken verbunden. Am Dienstagnachmittag hatte ein Berufungsgericht Le Pen in einem Verfahren um Scheinbeschäftigung und EU-Gelder schuldig gesprochen. Es verhängte ein Jahr Haft mit Fußfessel und entzog ihr das passive Wahlrecht für 15 Monate. Diese hat Le Pen seit dem Urteil in erster Instanz aber bereits verbüßt. Weitere 30 Monate sind auf Bewährung ausgesetzt.
Marine Le Pen ist bereits dreimal bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich angetreten. Während sie 2012 noch auf dem dritten Platz landete, konnte sie in den vergangenen Jahren deutlich an Zuspruch gewinnen. Sowohl 2017 als auch 2022 landete sie gegen Mitte-Kandidat Emmanuel Macron in der Stichwahl und verlor gegen den politischen Senkrechtstarter beziehungsweise bisherigen Präsidenten. Dennoch steigerte Le Pen ihr Ergebnis bei jeder Wahl.
dpa/est