Bei zwei schweren Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der Toten auf mindestens 164 gestiegen. Knapp 1.000 Menschen wurden verletzt, teilte die geschäftsführende Präsidentin Rodríguez mit.
Die Regierung rief angesichts der "Tragödie" den Notstand aus. Das Erdbeben war nach Angaben von Geologen das stärkste seit mehr als 100 Jahren.
Der US-Erdbebendienst meldete für die zweite Erschütterung eine Stärke von 7,5. Das erste Beben hatte eine Stärke von 7,2. Danach gab es zahlreiche Nachbeben. Das Epizentrum lag mehrere hundert Kilometer westlich der Hauptstadt Caracas.
Der Flughafen wurde schwer beschädigt und musste den Betrieb einstellen. Dutzende Gebäude sind kollabiert. Unter anderem wurde die französische Botschaft in Caracas beschädigt. Nach Angaben aus dem französischen Außenministerium konnten alle französischen Mitarbeiter kontaktiert werden und sind wohlauf.
Das bislang stärkste bekannte Erdbeben in Venezuela ereignete sich im Jahr 1900 vor der Nordostküste des Landes. Es erreichte nach Schätzungen eine Stärke von 7,7 und verursachte damals schwere Schäden.
Trump: USA wollen nach Erdbeben in Venezuela schnell helfen
US-Präsident Trump hat dem südamerikanischen Land schnelle Hilfe zugesichert. Er habe alle US-Behörden angewiesen, sich darauf vorzubereiten, schnell zu helfen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Kurz vor Trumps Post hatte das US-Außenministerium nach eigenen Angaben bereits einen Krisenstab eingerichtet, um in Absprache mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu schicken. Auch andere Länder haben bereits Hilfe zugesagt.
Erdbeben beschäftigt auch Forscher der RWTH
Die schweren Erdbeben in Venezuela beschäftigen auch Forscher der RWTH Aachen. Die Beben haben sich nach Angaben des Geologen Klaus Reicherter von der RWTH an der Grenze zwischen der Karibischen und der Südamerikanischen Platte ereignet.
Laut Reicherter hat das erste Beben habe das zweite ausgelöst. Weil sich die Brüche in geringer Tiefe ereigneten, habe sich besonders viel Energie an der Erdoberfläche entladen. Mit Nachbeben sei in den kommenden ein bis drei Monaten zu rechnen. Sie seien zwar meist schwächer, könnten bereits beschädigte Gebäude aber zum Einsturz bringen.
Reicherter sagte weiter, starke Erdbeben ließen sich bis heute nicht zuverlässig vorhersagen. Entscheidend seien deshalb erdbebensichere Gebäude und eine gute Vorbereitung der Bevölkerung.
Die Region um Caracas hatte bereits früher schwere Erdbeben erlebt.
dpa/belga/mitt/sh/okr/vk