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Bericht: Mehr als 3.200 Euro pro Sekunde in Atomwaffen investiert

09.06.202607:35
Raketen, die mit atomaren Sprengköpfen ausgestattet werden können
Illustrationsbild: © borjomi88/PantherMedia

Die neun Atommächte haben im vergangenen Jahr 19 Prozent mehr in Atomwaffenarsenale investiert als im Jahr davor. Das geht aus einem Bericht der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) hervor. Sie beziffert den Gesamtbetrag auf rund 102 Milliarden Euro. Damit hätten diese Länder im vergangenen Jahr zusammen gut 3.200 Euro pro Sekunde für ihre Atomwaffenarsenale ausgegeben.

Die Organisation war die treibende Kraft hinter dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag. Sie erhielt dafür 2017 den Friedensnobelpreis.

Der Vertrag trat 2021 in Kraft. Dem Bericht zufolge haben die USA 2025 mehr Geld für Atomwaffen ausgegeben als die acht anderen Länder mit solchen Waffen zusammen. Insgesamt hätten sie 69,2 Milliarden Dollar investiert, gefolgt von China mit 13,5 Milliarden Dollar. Großbritannien habe Russland auf dem dritten Platz abgelöst, mit Investitionen von 12,6 Milliarden Dollar. In Russland seien es 9,5 Milliarden Dollar gewesen.

Nach Angaben der Organisation hat Russland mit 5.420 die meisten Atomwaffen. Dahinter nennt sie die USA mit 5.042, China mit 620, Frankreich mit 300, Großbritannien mit 225, Indien mit 190, Pakistan mit 170, Israel mit 90 und Nordkorea mit 60.

Rechnerisch könnten die Investitionen eines einzigen Tages dafür sorgen, dass zwei Millionen Menschen nicht mehr um die nächste Mahlzeit bangen müssen, berichtet ICAN. Mit den Mitteln allein aus den letzten drei Jahren hätte demnach der Hunger in der Welt beendet werden können.

dpa/est

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