Die iranischen Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Israel für beendet erklärt. Die Islamische Republik habe Israel als Reaktion auf die Angriffe gegen den Libanon eine schmerzhafte Antwort erteilt, hieß es in einer über den staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Streitkräfte.
Gleichzeitig warnten sie vor deutlich härteren Reaktionen, sollte Israel seine Angriffe fortsetzen - insbesondere im Südlibanon.
Teheran hatte Sonntagabend Raketen auf Israel abgefeuert und dies als Vergeltung für israelische Angriffe in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut bezeichnet. Als Reaktion griff die israelische Armee Ziele im Iran an. Eine Antwort aus Israel liegt noch nicht vor.
US-Präsident Trump hatte beide Seiten nach den neuen Angriffen aufgefordert, diese sofort zu beenden. Mehr schrieb er nicht auf seiner Plattform Truth Social.
Die EU-Außenbeauftragte Kallas warnte vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten. Die Kriegsparteien sollten sich an den Verhandlungstisch setzen und eine Einigung erzielen, sagte Kallas vor dem Treffen der EU-Verteidigungsminister im zyprischen Nikosia.
Der Iran hat unterdessen seinen gesamten Luftraum gesperrt. Das Flugverbot gelte bis auf weiteres, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Sämtliche Verbindungen an allen iranischen Flughäfen seien gestrichen. Zuvor hatte die Luftfahrtbehörde nur für Teile des Landes ein Flugverbot verhängt.
EU verschärft Sanktionen gegen Iran wegen Straße von Hormus
Die Europäische Union hat ihre Sanktionen gegen den Iran wegen der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus deutlich ausgeweitet. Wie der Rat der Mitgliedstaaten mitteilte, richtet sich das neue Paket unter anderem gegen das Provinzkommando Hormusgan der iranischen Revolutionsgarden.
Nach EU-Angaben kontrolliert diese Marine-Einheit, welche Schiffe die Meerenge passieren dürfen - teilweise gegen die Erhebung von Gebühren. Damit unterstütze sie Maßnahmen, die die Freiheit der Schifffahrt im Nahen Osten beeinträchtigten.
Auch Einzelpersonen sind von den neuen Strafmaßnahmen betroffen. Unter ihnen ein stellvertretender Befehlshaber der Revolutionsgarden sowie der Sprecher des iranischen Verbands der Exporteure von Öl, Gas und petrochemischen Produkten.
Die Sanktionen sehen unter anderem das Einfrieren von Vermögenswerten in der Europäischen Union sowie Einreise- und Durchreiseverbote für die Betroffenen vor. Die Marine der Revolutionsgarden war bereits zuvor mit EU-Sanktionen belegt.
Öltanker im Persischen Golf in Brand
Im Persischen Golf ist ein Öltanker mit 24 indischen Seeleuten an Bord in Brand geraten. Nach Angaben des indischen Schifffahrtsministeriums sollen alle Besatzungsmitglieder in Sicherheit sein.
Zur Ursache des Feuers, Schäden oder einem möglichen Angriff auf das Schiff machten die Behörden zunächst keine Angaben. Der Tanker soll keine Ladung transportieren, ein Auslaufen von Öl gebe es bislang nicht, hieß es.
Der 135 Meter lange Tanker befand sich bei Ausbruch des Feuers nahe der Küste Omans. In der Nähe liegt die strategisch wichtige Straße von Hormus, die für den weltweiten Ölhandel zentral ist.
belga/mh