Papst Leo XIV. hat im Parlament in Madrid eine historische Rede gehalten. Dabei erinnerte er die Abgeordneten beider Kammern zunächst an den absoluten Vorrang der Menschenwürde.
Wörtlich sagte Leo: "Jede wahrhaft gerechte Gesellschaft gründet auf der Anerkennung der unantastbaren Würde des Menschen." Er rief die Staaten Europas zu einer gemeinsamen Antwort auf die Migration auf. Kein Land könne diese Herausforderung allein bewältigen.
Der Papst betonte, Migration sei nicht nur eine demografische oder wirtschaftliche Frage, sondern vor allem eine moralische und rechtliche Herausforderung. Viele Menschen seien gezwungen, ihre Heimat, ihre Familien und ihre Geschichte zurückzulassen.
Kritisch äußerte sich der Papst zur zunehmenden Aufrüstung in Europa. Waffen könnten zwar vorübergehend Schweigen erzwingen, aber keinen dauerhaften Frieden schaffen, sagte Leo. Jeder Krieg sei letztlich ein schmerzliches Scheitern der Fähigkeit zum Verhandeln.
Papst mahnt zur Aufarbeitung von Missbrauch in der Kirche
Papst Leo hat in Spanien auch die zahlreichen Fälle von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche als "Plage" kritisiert, die mit mehr Entschlossenheit bekämpft werden müsse. Angesichts dieses schweren Übels sei die kirchliche Gemeinschaft aufgerufen, ihr Engagement für Prävention und eine Kultur der Fürsorge weiter entschlossen zu verstärken, sagte der Papst bei einem Treffen mit Spaniens Bischöfen in Madrid.
Jeder verletzte Mensch müsse echte Aufmerksamkeit, ehrliche Zuwendung, Schutz und konkrete Wege der Heilung finden, forderte er. Während die spanische Bischofskonferenz von gut 1.000 dokumentierten Fällen seit 1940 spricht, geht ein Ombudsdienst auf Basis einer jüngsten Umfrage von mindestens 236.000 Betroffenen aus.
belga/mh