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Armenien bleibt nach der Wahl auf Kurs Richtung Westen

08.06.202608:0908.06.2026 - 10:01
  • Armenien
Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan
Armeniens Regierungschef Nikol Paschinjan (Bild: Karen Minasyan/AFP)

In der Südkaukasusrepublik Armenien hat der prowestliche Regierungschef Nikol Paschinjan die Parlamentswahl gewonnen. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission stimmten 49,8 Prozent der Armenier für Paschinjans Partei Zivilvertrag. Stärkste oppositionelle Kraft wurde der prorussische Parteiblock Starkes Armenien von Milliardär Samwel Karapetjan mit 23,3 Prozent.

Auf Rang drei landete Ex-Präsident Robert Kotscharjan mit seinem Parteienbündnis Armenien, das 9,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinigte. Kotscharjan werden beste Beziehungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin nachgesagt.

Mit der Partei Blühendes Armenien zieht dem vorläufigen Endergebnis nach eine dritte prorussische Kraft mit genau vier Prozent der Stimmen ebenfalls ins Parlament ein. Für eine Mehrheit der moskautreuen Kräfte reicht dies aber nicht.

Paschinjans Partei erhält 61 der insgesamt 105 Sitze in der Nationalversammlung.

Unter Paschinjan, der seit 2018 regiert, nähert sich Armenien dem Westen an und strebt nach einem EU-Beitritt. Dies geschieht auf Kosten der Beziehungen zum langjährigen Verbündeten Russland.

Paschinjan musste dabei in den vergangenen Jahren bereits einige Krisen durchstehen. Besonders der lange Konflikt mit dem Erzfeind Aserbaidschan machte Armenien zu schaffen. In zwei kurzen aber blutigen Auseinandersetzungen eroberte Aserbaidschan zwischen 2020 und 2023 das damals mehrheitlich von ethnischen Armeniern bewohnte Berg-Karabach. 100.000 Armenier mussten aus der Region ins Kernland fliehen.

dpa/est

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