In Armenien wählen die Menschen am Sonntag ein neues Parlament. Mit der Wahl entscheiden die Bürger, ob sich das Land weiter dem Westen annähern oder von der Schutzmacht Russland abhängig bleiben will.
Regierungschef Pashinyan strebt eine weitere Amtszeit an und verfolgt einen prowestlichen Kurs mit Annäherung an die EU. Nach der Niederlage im Konflikt um Berg-Karabach und der Flucht zehntausender ethnischer Armenier hat sich dieser Kurs weiter verstärkt.
Das Verhältnis zwischen der aktuellen Regierung in Eriwan und der Führung in Moskau ist angespannt. In den letzten Monaten spitzte sich die Lage massiv zu. Im April noch hatte Kremlchef Putin Paschinjan in Moskau empfangen.
Die Parlamentswahl wird von Festnahmen, falschen Bombendrohungen und gegenseitigen Vorwürfen überschattet. Der Chef der prorussischen Oppositionspartei "Starkes Armenien", Karapetjan, sprach von mehr als 100 Festnahmen seiner Anhänger innerhalb von zwei Tagen. Der Milliardär steht derzeit unter Hausarrest. Ihm wird ein versuchter Staatsstreich im Zusammenhang mit Unruhen zu Jahresbeginn vorgeworfen.
Der Wahlkampf war von Falschinformationen, Drohungen und Vorwürfen geprägt. 2,5 Millionen Armenier sind am Sonntag stimmberechtigt.
dpa/sh/mh