Papst Leo XIV. ist am Samstagvormittag in der spanischen Hauptstadt Madrid eingetroffen. Am Flughafen wurde er von König Felipe VI. und Königin Letizia empfangen.
Bei einer Begegnung mit Vertretern des Staates, der Zivilgesellschaft und ausländischen Diplomaten dankte der Papst Spanien für die "Treue zum Völkerrecht und zum Multilateralismus". Zugleich bedauerte er, dass die Botschaft des Friedens in diesen Zeiten leider für manche naiv und für andere provokativ klinge.
Im Nachmittag besucht der Papst ein Sozialzentrum, in dem u.a. Obdachlose betreut werden. Für den Abend ist eine Gebetswache am Stadion Santiago Bernabéu geplant. Dort werden rund 400.000 junge Menschen erwartet. Weitere Stationen der Spanien-Reise sind Barcelona und die Kanarischen Inseln.
Während seines Aufenthalts will Leo XIV. auch Opfer sexueller Übergriffe treffen. Hintergrund ist eine Vereinbarung zwischen der spanischen Regierung und der katholischen Kirche vom März dieses Jahres. Sie sieht Entschädigungen für Betroffene sexualisierter Gewalt vor. Dem waren jahrelange Vorwürfe mangelnder Transparenz und zögerlicher Aufarbeitung durch die Kirchenleitung vorausgegangen.
Für Leo ist es seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr der erste Besuch in einem größeren europäischen Land außerhalb Italiens. Große Beachtung dürften die Segnung des Jesus-Turms der Basilika Sagrada Família in Barcelona finden. Sie findet am 10. Juni statt, am 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí. Auch zwei Treffen auf den Kanaren mit Migranten aus Afrika sind geplant.
dpa/sh/belga/mh