Europas größter Billigflieger Ryanair rechnet wegen des Iran-Kriegs mit deutlich steigenden Kosten im laufenden Geschäftsjahr. Kerosin, Personal und Flugzeugwartung dürften teurer zu Buche schlagen, teilte die irische Fluggesellschaft in Dublin mit.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März flog Ryanair zwar einen überraschend hohen Milliardengewinn ein. Eine Prognose für das neue Geschäftsjahr wollte Konzernchef Michael O'Leary jedoch nicht nennen - obwohl die Gesellschaft ihre Treibstoffkosten schon zu 80 Prozent abgesichert hat. Es sei noch viel zu früh, um eine aussagekräftige Gewinnprognose abzugeben, erklärte O'Leary.
In Ländern wie Belgien, aber auch Deutschland, Österreich und Teilen Spaniens will Ryanair Strecken streichen, da es sich um - wie es hieß - "nicht wettbewerbsfähige Märkte mit hohen Steuern" handele. Die Fluggesellschaft hat in den vergangenen Monaten schon mehrfach gegen die Erhöhung der Flugsteuer in Belgien protestiert und damit gedroht, ihr Angebot an den Flughäfen Charleroi und Zaventem zu reduzieren.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Ryanair den Umsatz dank mehr Passagieren und höherer Ticketpreise um elf Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Der Überschuss stieg sogar um gut ein Drittel auf fast 2,2 Milliarden Euro.
Wenn man eine verbuchte Strafzahlung in Italien herausrechnet, lag der Gewinn von 2,26 Milliarden immer noch höher als von Analysten im Schnitt erwartet. Ryanair wehrt sich weiterhin gegen die von Italiens Wettbewerbsbehörde verhängte Geldstrafe und hat nur ein Drittel der geforderten Summe als Sondereffekt verbucht.
dpa/belga/est