An Bord des Kreuzfahrtschiffes "Hondius" befinden sich inzwischen keine Personen mehr, die Anzeichen des Hantavirus aufweisen. Das hat der Reiseveranstalter mitgeteilt. Drei Menschen waren per Flugzeug nach Amsterdam gebracht worden. Bei zwei von ihnen waren Symptome festgestellt worden.
Eines der beiden Crew-Mitglieder sowie eine deutsche Frau waren mit einem ersten Evakuierungsflugzeug am Mittwochabend am Flughafen Schiphol gelandet.
Die Deutsche wurde nach der Landung am Mittwoch nach Düsseldorf in eine Klinik gebracht. Sie hat keine Krankheitssymptome, stand aber in engem Kontakt zu der deutschen Frau, die am 2. Mai an Bord des Schiffes gestorben war, möglicherweise am Hantavirus.
Am Donnerstag wurde ein weiteres erkranktes Besatzungsmitglied per Flugzeug nach Amsterdam gebracht und anschließend in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Flug musste wegen technischer Probleme auf Gran Canaria zwischenlanden und konnte erst am frühen Donnerstagmorgen seine Reise nach Amsterdam fortsetzen.
Das Schiff hat Kurs auf die Kanarischen Inseln genommen. Am Samstag sollen die Besatzungsmitglieder und die Passagiere, die sich noch an Bord befinden, auf Teneriffa an Land gehen. Dort sollen sie weiterhin beobachtet werden, um dann in ihre Heimatländer ausgeflogen zu werden. Unter den übrigen Passagieren sind auch zwei Belgier.
Der Ausbruch des Hantavirus bei der Kreuzfahrt löst in immer mehr Ländern Sorgen aus. Bei einem Zwischenhalt des Schiffes "Hondius" hatten noch nach dem ersten Todesfall 29 Passagiere das Schiff verlassen. Sie kamen aus etwa 12 Ländern, teilte der Reiseveranstalter mit.
Die Passagiere wurden den Angaben zufolge alle über den Ausbruch des Virus in Kenntnis gesetzt und sollen nun von Gesundheitsbehörden kontrolliert werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekräftigt aber, dass die Infektionsgefahr klein sei und dass dies nicht mit dem Coronavirus zu vergleichen sei. Nur bei direktem und längerem Kontakt mit infizierten Menschen sei eine Ansteckung möglich.
belga/dpa/moko/sh