Bei den Hantavirus-Fällen auf einer Atlantik-Kreuzfahrt geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Infektionen von Mensch zu Mensch aus. Das wurde auf einer Pressekonferenz in Genf bekannt.
Das Hantavirus wird üblicherweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Doch bei bestimmten Virus-Typen sind auch Infektionen von Mensch zu Mensch möglich. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging. Vor der Einschiffung in Argentinien könnte sich das Paar noch an Land angesteckt haben. Laut Schiffsbetreiber seien keine Ratten an Bord.
Schiffspassagiere können vorerst nicht von Bord
Die Passagiere des Kreuzfahrtschiffes können nicht wie ursprünglich geplant auf Kap Verde von Bord gehen. Das teilte der niederländische Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions mit. Für drei Personen sei eine medizinische Evakuierung über Kap Verde geplant.
Aktuell liegt das Schiff dort vor dem Hafen von Praia. Auf den Kanaren könnten bei einer Landung weitere medizinische Untersuchungen stattfinden, erklärte die Reederei.
Bislang sind drei Passagiere der "Hondius" gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und ein Deutscher. Bei der verstorbenen Niederländerin wurde das Hantavirus nachgewiesen. Ein weiterer Passagier ist laborbestätigt am Hantavirus erkrankt und wird in Südafrika behandelt.
Zudem gibt es an Bord Hantavirus-Verdachtsfälle. Zwei Besatzungsmitglieder seien erkrankt, teilte die Reederei mit. Unter den 150 Passagieren an Bord sind auch zwei Belgier.
dpa/dop/sh