In Washington ist beim jährlichen Presse-Dinner mit US-Präsident Trump ein Mann durch eine Sicherheitsschleuse gestürmt und von Sicherheitskräften überwältigt worden.
Während der Präsident auf der Bühne saß, waren plötzlich Schüsse zu hören. Im Saal brach daraufhin Chaos aus, schwer bewaffnete Sicherheitskräfte stürmten den Raum.
Der Präsident, die First Lady Melania und weitere Regierungsmitglieder wurden in Sicherheit gebracht. Laut Trump wurde niemand verletzt, allerdings wurde ein Sicherheitsbeamter angeschossen, seine schusssichere Weste fing die Kugel jedoch ab. Nach Polizeiangaben wurde der Mann selbst nicht angeschossen.
Was über den Mann bislang bekannt ist
Bei dem Verdächtigen soll es sich um einen 31-Jährigen aus Südkalifornien handeln, wie mehrere US-Medien übereinstimmend berichten. Der Mann soll als Lehrer und Entwickler für Videospiele gearbeitet haben.
Laut Medienberichten soll der Mann 2017 am California Institute of Technology einen Bachelor-Abschluss erworben und 2025 ein Masterstudium an der California State University abgeschlossen haben.
In der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) durchsuchte die Bundespolizei FBI das Haus des Verdächtigen in Torrance, einem Vorort südwestlich von Los Angeles.
Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass der Verdächtige alleine gehandelt hat. Er soll sich demnach als Gast im Hilton Hotel, in dem das Dinner stattfand, aufgehalten haben. Während des Angriffs hat der Mann den Angaben nach eine Schrotflinte, eine Handfeuerwaffe und mehrere Messer bei sich geführt.
Am Montag soll der mutmaßliche Täter vor Gericht erscheinen. Er soll wegen der Verwendung einer Schusswaffe bei einer Gewalttat sowie wegen tätlichen Angriffs auf einen Bundesbeamten unter Einsatz einer gefährlichen Waffe angeklagt werden. Weitere Anklagepunkte könnten noch folgen.
Bestürzung
Nach der Tat äußerten internationale Spitzenpolitiker ihre Bestürzung. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nannte den Angriff inakzeptabel. Gewalt habe in einer Demokratie keinen Platz. Auch Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte, Gewalt sei niemals der richtige Weg. Italiens Ministerpräsidentin Georgia Meloni sprach Trump und allen Anwesenden ihre Anteilnahme aus.
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, jeder Angriff auf demokratische Institutionen oder auf die Pressefreiheit müsse aufs Schärfste verurteilt werden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb, dass Gewalt in der Politik niemals Platz habe. Ähnlich äußerte sich EU-Ratspräsident António Costa.
Pläne zu US-Staatsbesuch von König Charles werden überprüft
Nach den Schüssen beim Korrespondentendinner werden die Pläne für den Staatsbesuch des britischen Königspaars in den USA überprüft. Das hat der Buckingham-Palast mitgeteilt.
Geplant ist, dass König Charles III. und Königin Camilla am Montag zu einem mehrtägigen Staatsbesuch nach Washington reisen. Neben Treffen mit US-Präsident Donald Trump, einem Staatsbankett und einer Rede vor dem Kongress sind auch Termine in New York geplant.
dpa/sh/est