In Deutschland hat eine mutmaßliche Spionageattacke über den Messengerdienst Signal auch einzelne Mitglieder der Bundesregierung erreicht. Offiziell äußert sich die Regierung bislang nicht zu konkreten Fällen.
Vor der Cyberattacke über Signal hatte der Verfassungsschutz erstmals im Februar öffentlich gewarnt. Nach Einschätzung der Behörden wird die Kampagne wahrscheinlich durch einen staatlich gesteuerten Cyberakteur durchgeführt. Die Regierung der Niederlande, wo entsprechende Angriffe ebenfalls festgestellt wurden, sieht Russland hinter der Kampagne.
Kern der Phishing-Kampagne ist keine Sicherheitslücke bei Signal. Vielmehr setzen die Angreifer auf die Schwachstelle Mensch. Die Angreifer schicken zunächst eine Nachricht, in der sie den Nutzer auffordern, eine PIN einzugeben beziehungsweise Links oder einen QR-Code anzusteuern. Als Absender erscheint dabei etwa "Signal-Support".
Der Zugang ermöglicht es den Angreifer, vorhandene Chats zu lesen und sich unter falscher Identität in internen Chat-Gruppen zu bewegen.
dpa/sh