Trotz internationaler Kritik treibt Israel seine Offensive gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon voran. Laut Premier Netanjahu steht die Armee kurz davor, die strategisch wichtige Stadt Bint Dschubail im Süden des Libanons einzunehmen. Außerdem wies Netanjahu das Militär an, die Sicherheitszone in der Nähe der Grenze auszuweiten.
Der israelische Premier Netanjahu und der libanesische Staatspräsident Aoun wollen am Donnerstagnachmittag miteinander telefonieren. Das hat eine Ministerin der israelischen Regierung gesagt. Es wäre das erste Mal, dass beide Staatschefs ein direktes Gespräch führen.
Zuvor hatte US-Präsident Trump Kontakte zwischen Israel und dem Libanon auf höchster Ebene angekündigt. Diplomaten beider Länder waren Dienstag erstmals seit Jahrzehnten in Washington zusammengekommen. Zu Ergebnissen wurden keine Angaben gemacht. Beide Seiten zeigten sich aber einig darüber, dass der Libanon von der Hisbollah-Miliz befreit werden müsse.
Israels Armee zerstört letzte Brücke im Süden Libanons
Israels Armee hat im Libanon die letzte Brücke zerstört, die den Süden mit dem Rest des Landes verbindet. Damit ist das Gebiet südlich des Litani-Flusses vom Rest des Landes abgeschnitten und die Region faktisch isoliert.
Viele Menschen sind aus dem südlichen Libanon vor Angriffen in den Norden geflohen, unter anderem in die Hauptstadt Beirut. Wenn sie von dort etwa in die Küstenstadt Tyrus zurückkehren wollen, könnten sie für eine Autofahrt, die normalerweise zwei Stunden dauert, wegen der nun zerstörten Brücke möglicherweise Tage brauchen. Auch Hilfsgüter für den Süden kommen vor allem auf Lastwagen aus dem Norden.
Iran-Krieg: USA droht mit weiteren Sanktionen
Angesichts der festgefahrenen Situation zwischen den USA und dem Iran im Iran-Krieg hat die US-Regierung der Führung in Teheran mit weiteren Sanktionen gedroht. Strafmaßnahmen könnten gegen Unternehmen und Länder verhängt werden, die weiterhin iranisches Öl kaufen oder Vermögenswerte verwalten, sagte Finanzminister Bessent.
Die Iraner sollten wissen, dass dies das "finanzielle Äquivalent zu den Bombenangriffen" sei. Die USA haben bereits zahlreiche Sanktionen verhängt. Derzeit herrscht im Krieg zwischen dem Iran und den USA eine zweiwöchige Waffenruhe, über eine Verlängerung wird verhandelt.
dpa/belga/jp