In Ungarn hat am Sonntagmorgen die Parlamentswahl begonnen. Die Abstimmung gilt als wichtigste Wählerentscheidung seit der demokratischen Wende. Ihr Ausgang entscheidet darüber, ob Ministerpräsident Viktor Orbán ein weiteres Mandat erhält oder die Macht verliert.
Jüngsten Umfragen zufolge hat Orbáns Herausforderer Peter Magyar gute Chancen auf einen Wahlsieg. Der 45-Jährige verspricht mit seiner bürgerlichen Partei eine politische Wende und ist in der Bevölkerung sehr beliebt. Er will das Land wieder zu einem konstruktiven Partner in der Europäischen Union machen.
Der Rechtspopulist Orbán hat in den 16 Jahren seiner Regierung einen halb-autoritären Staat errichtet, sein Land auf einen Konfrontationskurs zur EU gesteuert und sich mit Russland und der US-Regierung von Präsident Trump verbündet.
Das Interesse der Ungarn ist offenbar groß: Drei Stunden nach Öffnung der Wahllokale lag die Wahlbeteiligung landesweit deutlich höher als bei der letzten Wahl zum selben Zeitpunkt.
Rund acht Millionen Bürger sind wahlberechtigt. Die Wahllokale schließen um 19 Uhr. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.
dpa/sh