Russland und die Ukraine haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau jeweils 175 Kriegsgefangene freigelassen. Der ukrainische Präsident Selenskyj bestätigte wenig später die Aktion. Die Konfliktparteien haben in dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine immer wieder Kriegsgefangene ausgetauscht, zuletzt im März.
Um 15 Uhr belgischer Zeit hat die Waffenruhe anlässlich des orthodoxen Osterfests begonnen. Der russische Präsident Putin setzte sie für insgesamt 32 Stunden an. Der Kreml sprach von einer humanitären Geste, weil der Feiertag sowohl für die Menschen in Russland als auch in der Ukraine eine zentrale Bedeutung habe. Der ukrainische Präsident Selenskyj hatte selbst mehrfach eine solche Osterwaffenruhe vorgeschlagen und stimmte nach Putins Ankündigung am Donnerstagabend auch prompt zu.
Allerdings kündigten beiden Seiten an, auf mögliche Verstöße gegen die Waffenruhe antworten zu wollen. Bei Feuerpausen in der Vergangenheit hatten sich beide Seiten stets Verstöße vorgeworfen.
Vor Beginn der Waffenruhe überzogen sich Russland und die Ukraine erneut gegenseitig mit Drohnenangriffen. Dabei gab es in der Ukraine Tote und Verletzte sowie schwere Schäden an der zivilen Infrastruktur. In Russland geriet eine Anlage der Ölindustrie in Brand.
dpa/sh/vk