Der Iran hat ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten vollstreckt. Dem Mann wurde zur Last gelegt, bei den Aufständen im Januar in eine Militäranlage vorgedrungen zu sein. Drei weitere in dem Prozess verurteilte Männer wurden bereits hingerichtet. Menschenrechtler sprachen von einem grob unfairen Prozess.
Die Proteste waren Ende Dezember zunächst durch eine Wirtschaftskrise ausgelöst worden. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Aufständen gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Der Sicherheitsapparat ging brutal gegen die Proteste vor. Tausende Demonstranten wurden getötet. Mindestens sieben Männer wurden im Zusammenhang mit den Protesten bereits hingerichtet.
Menschenrechtsgruppen kritisieren seit Jahren die Anwendung der Todesstrafe im Iran und werfen den Behörden vor, Hinrichtungen auch als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr seien mehr als 2.000 Menschen hingerichtet worden, so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
dpa/vk