Der Iran hat nach eigenen Angaben ein weiteres US-Kampfflugzeug abgeschossen, dieses Mal über dem Persischen Golf. Die Luftabwehr habe den Düsenjet nahe der Straße von Hormus ins Visier genommen und getroffen, US-Medien bestätigten den Vorfall. Der Pilot habe sich mit dem Schleudersitz retten können.
Schon vorher hatte die US-Regierung den Abschuss eines Kampfflugzeugs über dem Iran gemeldet. Der Pilot konnte von den USA gerettet werden, der Verbleib des zweiten Besatzungsmitglieds ist jedoch ungewiss. Die Suche läuft weiter. Das US-Militär hat Medienberichten zufolge Spezialkräfte in den Süden des Landes geschickt - auch um eine Gefangennahme des Waffenoffiziers zu verhindern. Iranische Medien berichten von hohen Geldsummen, die für die Ergreifung versprochen worden sein sollen.
US-Präsident Trump äußerte sich zu der Rettungsmission im Iran bislang nur zurückhaltend. Auf die Frage der britischen Zeitung "The Independenté", was er tun würde, falls das vermisste Crew-Mitglied von Iranern gefangengenommen oder verletzt werden sollte, antwortete Trump, man hoffe, dass das nicht passieren werde.
Neuer Raketenbeschuss aus dem Iran auf Israel
Der Iran griff in der Nacht zu Samstag auch wieder Ziele in Israel an. In einem Industriegebiet im Zentrum des Landes brach Feuer aus.
Am Samstagvormittag mussten sich unter anderem in der Küstenmetropole Tel Aviv viele Menschen in Schutzräume begeben. Israelischen Medienberichten zufolge wurden in Vororten von Tel Aviv Wohnhäuser schwer beschädigt und eine Frau leicht verletzt.
Der Iran habe bei dem Raketenangriff erneut Streumunition eingesetzt. Eine Drohne der Huthi-Miliz aus dem Jemen auf dem Weg in die Stadt Eilat habe abgefangen werden können.
Am Samstagnachmittag hat es im Großraum Tel Aviv erneut Einschläge gegeben. In israelischen Medien verbreitete Videos zeigten Rauchschwaden, die über Häuser in Vororten aufstiegen. Demnach gab es bei dem Angriff Schäden unter anderem an Gebäuden, auch Autos gerieten in Brand.
Israelischen Medienberichten zufolge setzte der Iran wie bereits bei den Angriffen in der Mittagszeit erneut Streumunition ein, die große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist.
In der iranischen Hauptstadt Teheran war es auch schon am späten Freitagabend zu schweren Angriffen gekommen. Anwohner im Norden der Stadt berichten von massiven Explosionen, die ganze Gebäude zum Zittern gebracht hätten. Menschen seien in Panik auf die Straße gelaufen.
Einem lokalen Medienbericht zufolge wurden Ziele im wohlhabenden Stadtteil Niawaran angegriffen.
Iran greift auch wieder Ziele in der Golfregion an
Auch aus der Golfregion werden am Samstag wieder iranische Luftangriffe gemeldet. So wurden etwa in Bahrain nach Angaben der Behörden mehrere Menschen durch herabstürzende Trümmer einer abgeschossenen Drohne verletzt.
In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden mehrere Gebäude durch Trümmerteile von Drohnen beschädigt, darunter das eines US-Tech-Konzerns.
Erneuter Angriff nahe Irans Atomkraftwerk Buschehr
Der Iran meldet unterdessen einen weiteren Luftangriff in der Nähe des Atomkraftwerks Buschehr. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna schlug ein Geschoss nahe dem Grenzzaun ein. Als Folge der Explosion und herumfliegender Splitter seien ein Mitarbeiter getötet und ein Nebengebäude des Kraftwerks beschädigt worden.
Seit Kriegsbeginn Ende Februar handelt es sich um den vierten Einschlag eines Geschosses nahe dem AKW in Buschehr beziehungsweise auf dessen Gelände. Das einzige iranische Kernkraftwerk liegt etwa 760 Kilometer südlich von Teheran am Persischen Golf. Sein Reaktor russischer Bauart liefert seit 2011 Strom.
Israel und Hisbollah greifen sich weiter gegenseitig an
Auch die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon dauern an. Südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut sollen bei einem israelischen Drohnenangriff zwei Menschen getötet und elf verletzt worden sein. Ein Krankenhaus sei beschädigt worden, melden Medien.
Die Hisbollah feuerte ihrerseits Geschosse auf den Norden Israels ab. Dort gab es Raketenalarm. Berichte über Opfer gibt es nicht.
dpa/vrt/rtbf/jp/mh