Der höchste Vertreter der katholischen Kirche im Heiligen Land, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, ist von der israelischen Polizei am Zugang zur Grabeskirche in der Altstadt von Jerusalem gehindert worden.
Pizzaballa habe dort die traditionelle Messe zum Palmsonntag feiern wollen, sei aber von israelischen Polizisten angehalten und zur Umkehr aufgefordert worden. Das teilte das Lateinische Patriarchat von Jerusalem mit. Es bezeichnete den Vorfall als "schwerwiegenden Präzedenzfall", der die Gefühle von zahlreichen Menschen weltweit missachte, die in dieser Woche nach Jerusalem blicken.
Der Palmsonntag bildet den Auftakt der Karwoche, in der Christen an das Leiden und Sterben von Jesus Christus und schließlich an seine Auferstehung an Ostern erinnern.
Die israelische Polizei teilte mit, dass alle heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem aus Sicherheitsgründen wegen des Iran-Kriegs derzeit geschlossen seien.
Aus Pizzaballas Heimatland Italien gab es scharfe Kritik an dem Vorfall. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, der verhinderte Zutritt stelle eine Beleidigung nicht nur für die Gläubigen, sondern für jede Gemeinschaft dar, die Religionsfreiheit anerkenne. Der israelische Botschafter in Italien wurde für Montag ins Außenministerium einbestellt.
Das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu teilte mit, dass die israelischen Sicherheitsbehörden nun an einem Plan arbeiteten, um Pizzaballa und anderen Würdenträgern in den kommenden Tagen die Gottesdienste in der Grabeskirche zu ermöglichen. Es habe keinerlei böswillige Absicht vorgelegen, sondern man habe sich nur um die Sicherheit der Kirchenmänner gesorgt.
dpa/fk