Der Preis für europäisches Erdgas ist in die Höhe geschossen. Die für den Weltmarkt bedeutenden Flüssiggasanlagen Katars sind bei einem iranischen Raketenangriff schwer beschädigt worden.
An der Börse in Amsterdam legte der TTF-Preis am Donnerstagmorgen in der Spitze um 30 Prozent auf 71,68 Euro je Megawattstunde zu. Vor Beginn des Iran-Krieges lag er bei 31 Euro.
Für Verbraucher sind das keine guten Nachrichten: Experten gehen davon aus, dass auch in Belgien die Energiepreise steigen werden. Höhere Gaspreise treiben auch die Preise für Strom und Heizöl nach oben. Dies wiederum heizt die Inflation wieder an.
US-Präsident Trump hat dem Iran mit einer Bombardierung des wichtigen Gasfelds "South Pars" gedroht, falls der Iran weiter Katars Gasindustrie angreift.
Durch die Angriffe auf Gasfelder wachsen zudem international die Sorgen vor Lieferengpässen.
Unterdessen ist über der saudischen Ölraffinerie Samref nach offiziellen Angaben eine Drohne abgestürzt. Der Schaden wird noch begutachtet, teilte das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien mit.
Der Iran hatte am Mittwoch damit gedroht, Gasfelder und Raffinerien in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Katar anzugreifen. Unter den genannten Zielen war auch die Samref-Raffinerie. Sie ist eine der bedeutendsten im Land. Über den nahegelegenen Hafen von Janbu kann saudisches Öl verschifft werden, ohne dass die Schiffe die Straße von Hormus passieren müssen.
Am Donnerstagmorgen hatte das saudische Verteidigungsministerium bereits erklärt, mehrere Drohnen bei der Hauptstadt Riad und im östlichen Teil des Landes abgefangen zu haben. Auch eine ballistische Rakete, die auf den Hafen von Janbu abgefeuert worden sei, sei abgefangen und zerstört worden.
Auch Energieinstallationen in Kuwait wurden am Donnerstagmorgen aus der Luft angegriffen und getroffen. In zwei Ölraffinerien brach anschließend Feuer aus.
vrt/dpa/sh