Ein Bericht der Rechercheplattform "Correctiv" sieht Hinweise auf eine mögliche Vertuschung von Fällen sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche durch den Vatikan.
In der Recherche wird auch Joseph Ratzinger, der spätere deutsche Papst Benedikt XVI., erwähnt. "Correctiv" stützt sich in dem Bericht auf 20 gesammelte Briefwechsel zwischen Bischöfen aus aller Welt an den Vatikan, in denen Missbrauchsfälle gemeldet wurden.
Die Meldungen von sexuellem Missbrauch wurden laut den Recherchen in der zuständigen vatikanischen Behörde, der Glaubenskongregation, systematisch, aber streng unter Verschluss gehalten. Demnach handelte der Vatikan bei solchen Fällen erst spät, hob Strafen sogar wieder auf und wahrte stets absolute Geheimhaltung.
Seit längerem wird davon ausgegangen, dass es in den Archiven des Vatikans im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch bestimmte Dokumente gibt, die nicht veröffentlicht werden dürfen.
dpa/sh