Erstmals seit dem Militärputsch Anfang 2021 ist in Myanmar wieder das Parlament zusammengekommen. Die Sitzung gilt jedoch vor allem als symbolischer Schritt der Junta: Die Generäle hatten am 1. Februar 2021 Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt, deren Partei NLD bei der Parlamentswahl 2020 einen klaren Sieg errungen hatte. Suu Kyi und zahlreiche weitere Politiker wurden festgenommen, die Militärführung erklärte den Ausnahmezustand und übernahm die Macht. Seither regiert sie mit eiserner Faust.
Das Parlament geht in seiner jetzigen Zusammensetzung aus einer umstrittenen Wahl hervor, die die Junta Ende 2025 und Anfang 2026 organisiert hatte. Kritiker und Menschenrechtler bezeichneten die Abstimmung als weder frei noch fair.
dpa/sh