Sowohl der Iran als auch Israel und die USA haben in der Nacht zu Mittwoch eine Serie von Angriffen gestartet. Das US-Militär konzentriert seine Angriffe auf iranische Schiffe in der Straße von Hormus. Dabei seien unter anderem Boote der Marine versenkt worden, die Seeminen verlegen könnten, hieß es. Zuvor hatte der Sender CNN berichtet, dass der Iran damit begonnen habe, in der blockierten Meerenge Minen zu legen. US-Präsident Trump drohte daraufhin mit einer Ausweitung der Angriffe.
Israel hat Ziele im Iran und im Libanon angegriffen. Im Libanon wurden den Angaben zufolge Stellungen der pro-iranischen Hisbollah-Miliz getroffen. Sieben Menschen sollen getötet worden sein.
Im Gegenzug hat der Iran stundenlange Raketenangriffe auf Israel geflogen. Im Großraum Tel Aviv gab es mehrfach Raketenalarm. Auch Nachbarländer wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien wurden beschossen. In Dubai schlugen am Mittwochmorgen iranische Drohnen in der Nähe des internationalen Flughafens ein. Dabei wurden nach örtlichen Angaben vier Menschen verletzt. Der Flugbetrieb läuft dennoch ungehindert weiter.
Netanjahu ruft Iraner zum Sturz der Führung auf
Israels Premierminister Netanjahu hat an das iranische Volk appelliert, das Regime in Teheran zu stürzen. In einem Post auf der Plattform X versprach er, Israel und die USA würden mit wachsender Stärke gegen die "Tyrannen" vorgehen. Dadurch schaffe man Bedingungen, die es den Iranern ermöglichten, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Der iranische Polizeichef Radan reagierte mit einer deutlichen Drohung an Regierungsgegner. Im staatlichen Fernsehen sagte er, wer nach Aufforderung des Feindes auf die Straßen gehe, werde als Feind angesehen. Wörtlich sagte er: "Alle unsere Männer haben ihren Finger am Abzug."
Rätseln um Irans obersten Führer
Drei Tage nach seiner Ernennung hat sich der neue oberste Führer des Iran noch immer nicht zu Wort gemeldet. Regimeanhänger und Beobachter warten mitten im Krieg gespannt auf die erste Rede von Modschtaba Chamenei und darauf, welchen politischen Kurs er einschlagen wird.
Modschtaba Chamenei war zum Staatsoberhaupt ernannt worden, nachdem sein Vater Ali Chamenei am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff in Teheran getötet worden war. Er wurde bei der Bombardierungen verletzt, verlor aber neben dem Vater auch seine Mutter, seine Frau und einen Schwager.
dpa/belga/vrt/jp