Der Iran-Krieg geht Samstag in die zweite Woche. Die israelische Luftwaffe hat erneut Luftangriffe auf den Iran verübt.
Nach israelischen Angaben wurden in Teheran unter anderem ein unterirdisches Lager für ballistische Raketen und eine Militär-Universität der Revolutionsgarden beschossen. Iran führte seinerseits Angriffe auf Israel aus. Berichte über Opfer oder Schäden gibt es noch nicht.
Indessen hat der iranische Präsident Peseschkian Bedingungen gestellt für ein Ende der iranischen Angriffe auf Nachbarländer. Voraussetzung sei, dass von deren Territorium keine Attacken mehr auf den Iran erfolgten. also auch keine Angriffen von US-Militärstützpunkten in dem Gebiet. Er nannte die Unterstützung für Israel und die USA "ehrlos". Peseschkian bat zudem bei den Nachbarländern um Entschuldigung. Zuletzt hatte Katar bekanntgegeben, eine Rakete abgefangen zu haben.
US-Präsident Trump hat dem Iran mit der Ausweitung der Angriffe gedroht. Das Land werde Samstag sehr hart getroffen. Bislang nicht ins Visier genommene Gegenden würden zum Zweck der kompletten Zerstörung geprüft, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die Ankündigung folgte auf die Aussagen des iranischen Präsidenten Peseschkian.
Die Arabische Liga plant Sonntag eine Notfallsitzung zu den iranischen Angriffen unter anderem in der Golfregion. Die Sitzung per Video-Schalte sei am Sonntagmittag geplant, teilte die Organisation mit. Das Treffen sei auf Gesuch Saudi-Arabiens einberufen worden. Im Zuge der amerikanisch-israelischen Militärschläge im Iran reagiert Teheran mit Angriffen unter anderem auf US-Militärstützpunkte im Nahen Osten, aber auch auf zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngebäude. In rund einem Dutzend arabischen Ländern kam es seitdem zu Luftschlägen. Besonders betroffen waren bisher die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar.
Israels Armee hat im Libanon überraschend einen nächtlichen Einsatz mit Militärhubschraubern durchgeführt. Spezialtruppen hätten versucht, Details zum israelischen Luftwaffen-Navigator Ron Arad zu finden, teilte das Militär mit. Arad war 1986 über dem Südlibanon abgeschossen und von der schiitischen Amal-Miliz gefangen genommen worden. Libanons Staatsagentur meldete, nach schweren Kämpfen habe es mindestens 26 Tote gegeben. Der israelische Soldat Arad war vor 40 Jahren in einem Kampfflugzeug im Libanon abgestürzt. Israel gelang es trotz jahrzehntelanger Bemühungen nie, ihn zu befreien. Sein ungeklärtes Schicksal bewegt die Öffentlichkeit bis heute.
dlf/dpa/est/mh